Herzleiden bei Rheuma


Herzinfarkt-Risiko medikamentös senken
Herzleiden bei Rheuma

Patienten mit Rheuma leiden nicht nur an Schmerzen und Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, sondern auch öfters an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bestimmte Rheuma-Medikamente können jedoch das Risiko verringern.

Die Entzündungsprozesse vieler rheumatischer Erkrankungen beschleunigen Veränderungen der Blutgefäße, die zu Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen führen. Diese begünstigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Die Einnahme bestimmter Rheumamedikamente kann jedoch das erhöhte Risiko auf das Niveau von Gesunden senken. Darauf macht der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) aufmerksam und beruft sich auf eine aktuelle Studie aus Schweden.

Spezielle Medikamente senken Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

In der Studie behandelten die Forscher über 6 800 Patienten, die an einer Rheumatoiden Arthritis litten, mit sogenannten TNF-alpha-Blockern über 3–8 Monate. Anschließend beobachteten sie sie über zehn Jahre. Bei den Teilnehmern, bei denen die Therapie gut anschlug, traten zusätzlich weniger Herzinfarkte oder Fälle von Angina Pectoris auf. „Bei gutem Therapieansprechen kann das Herzinfarktrisiko der Rheumatiker also auf ein mit dem der Allgemeinbevölkerung vergleichbares Niveau gesenkt werden“, berichtet Dr. med. Florian Schuch, Vorstandsmitglied des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen.

TNF-alpha-Blocker bremsen Entzündungsreaktion

TNF-alpha-Blocker, die den „Tumor Nekrose Faktor“ hemmen, dämpfen beispielsweise bei der Rheumatoiden Arthritis (RA) die überschießende Immun- und Entzündungsreaktion und können so Schäden an Gelenken und anderen Organen verhindern. „Wenn es gelingt, die Krankheitsaktivität medikamentös auf ein niedriges Niveau zu senken, können RA-Patienten mit einer normalen Lebenserwartung rechnen“, betont Dr. Schuch. Für Patienten, bei denen die medikamentöse Behandlung nicht anschlägt, stehen Medikamente aus anderen Wirkstoffgruppen zur Verfügung, informieren die Experten.

Therapiebeginn innerhalb von drei Monaten nach ersten Beschwerden

Wie bei vielen Erkrankungen gilt auch hier: Je eher mit der Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Aussichten. Die Experten raten, idealerweise innerhalb von drei Monaten, nachdem sich die ersten Anzeichen bemerkbar machen, mit der Therapie zu beginnen – gerade bei Rheumatoider Arthritis. „In jedem Fall sollte die Behandlung von einem Rheumatologen überwacht werden, der bei möglicherweise auftretenden Komplikationen die Dosierung entsprechend anpassen beziehungsweise den Patienten auf ein anderes Präparat umstellen kann“, empfiehlt Dr. Schuch, praktizierender Rheumatologe in einer Gemeinschaftspraxis in Erlangen.

Quelle: Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh)

News

Wie Medikamente heiser machen
Wie Medikamente heiser machen

Pille, ACE-Hemmer und Kortison

Manchmal ist es gar nicht die Erkältung, die eine Heiserkeit auslöst. Auch Medikamente können zu Stimmstörungen führen. Ob man sie absetzen oder austauschen kann, entscheidet die Ärzt*in. Zusätzlich lässt sich aber mit Hausmitteln helfen.   mehr

Säureblocker nicht zu lange schlucken
Säureblocker nicht zu lange schlucken

Nebenwirkungen nicht unterschätzen

Ob Refluxkrankheit oder Gastritis: Protonenpumpenhemmer machen schnell Schluss mit Magenschmerzen und Sodbrennen. Allerdings gibt es gute Gründe, die Säureblocker nicht allzu lange einzunehmen.   mehr

Nach Infarkt Beine stärken
Person beim Beintraining auf einem Outdoor-Fitnessplatz.

Herzschwäche vorbeugen

Herzinfarkt überstanden? Jetzt heißt es, die Beinmuskulatur zu trainieren. Denn Personen mit viel Kraft in den Beinen entwickeln nach ihrem Herzinfarkt seltener eine Herzschwäche.   mehr

Mit dem Baby schwimmen
Mit dem Baby schwimmen

Löst Chlorwasser Asthma aus?

Der frühe Kontakt mit Wasser macht schon den Kleinsten Freunde, nimmt Ängste und fördert die Bindung zwischen Eltern und Kind. Dennoch könnte der Aufenthalt im gechlorten Wasser auch Nachteile haben. Die Fachwelt diskutiert, ob Babyschwimmen im Kindesalter Asthma begünstigt.   mehr

Weniger Lust auf Alkohol
Weniger Lust auf Alkohol

Weitere Wirkung von GLP-1-Agonisten

GLP-1-Agonisten werden zur Therapie von Typ-1-Diabetes und Übergewicht eingesetzt. Dabei haben sie offenbar einen gesunden Nebeneffekt: Sie senken die Lust auf Alkohol.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Heilpflanzen A-Z

Heilpflanzen

Eine Heilpflanze (auch Drogenpflanze oder Arzneipflanze genannt) ist eine Pflanze, die in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

Mehr erfahren

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Lenau-Apotheke
Inhaber Thomas Olczok
Telefon 0211/62 72 45
Fax 0211/62 78 16
E-Mail beratung@lenau-apotheke.com